Die Chemnitzer Künstlerin Dagmar Ranft-Schinke ist ein unermüdlicher Schaffensgeist. Mit ihrer unverwechselbarem Stilmischung aus Zeichnung, Malerei, Grafik und handschriftlicher Typo, rennt sie auch nach 50 Künstlerjahren noch so gegen manche Mauern an. Zu ihren Themen gehören Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung, Respekt, die Liebe zu den Naturgegebenheiten und die wissenschaftliche Verantwortung. Das macht sie nicht nur in ihren Arbeiten sichtbar: in ihren quicklebendigen Lesungen zeigt sie ihre Sicht der Welt und vor allem auch positive Utopien auf. Sie schreibt, sie kommentiert, sie zitiert und sie mischt sich ein.
Ihr Engagment ist dabei nicht einfach nur vom Himmel gefallen, sondern entwickelte sich gerade durch die Erfahrungen in der DDR. DRS war ein Teil der Galerie und Künstlergruppe „Clara Mosch“ aus Karl-Marx-Stadt. Das Kollektiv kämpfte für sein Recht auf freies bildnerisches Schaffen in der DDR und war geprägt von der Ablehnung des sozialistischen Realismus. Zwischen 1977 und 1982 war diese Künstlergruppe mit eigensinnigen und kritischen Ausstellungen, trotz massiver Überwachnung seitens des MfS, in der DDR präsent.
Ihre Arbeiten sind mit mit den unterschiedlichsten Figuren bevölkert. Da wäre der Robot Attila, der als unnachgiebige Machtgestalt des Mittelalters im Kontext der Gentechnologie agiert, der immer wiederkehrende Pegasus, ein Symbol der ungebrochenen Natürlichkeit, die uns meist nur als Schemen vor Augen erscheint. Und natürlich Professor Smith, ein fanatischer Techniker, der von der sich selbst erschaffenden Natur träumt. Diese Figuren begleiten den Betrachter ein überbordendes Panorama aus Weltgeschichte, Politk, Biologie, Zukunft und Utopismus.
Vita:
1944 in Chemnitz geboren
1963–1968 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Prof. Werner Tübke und Prof. Wolfgang Mattheuer; Diplom
ab 1968 freischaffend als Malerin und Grafikerin tätig; Mitglied des VBK der DDR
1969 erste Arbeiten zu „Pegasus‘ Vision“ und Mensch-Natur“
1975/76 jeweils dreiwöchige Studienreise nach Sibirien
1977-1982 Mitglied der Künstlergruppe „Clara Mosch“
1977 erste Bilder zum Thema „Inkareflexionen“ bzw. „Präkolumbische Reflexionen“
1980–1981 „Drosophila oder Die Versuchung“, erstes Bild zum Thema Gentechnologie
ab 1982 längere Studienreise in den Kaukasus und nach Mittelasien sowie Karelien
1982 Wandbild ( 4 x 14 m ) in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz), Ausgangsidee für die Begehbaren Bilder“ ( 1992 )
1983 Preisträgerin „100 ausgewählte Graphiken der DDR“
1984/85 als erste Preisträgerin eines Wettbewerbes entsteht das Wandbild „Morgen“, in Mischtechnik ( 4 x 14 m ) im Ferienhotel Schöneck im Vogtland
1992 Einladung zur Tagung „Mensch Maschine Kommunikation“ ( FU Berlin ), danach Beginn der Arbeiten zu den „Begehbaren Bildern“ mit der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung Darmstadt ( Cyberspace, Interaktive Kunst )
1994 Teilnahme ( Einladung ) an der „ars electronica“ in Linz
Studienreise nach Südamerika auf den Spuren der Inkas ( Kolumbien, Peru, Bolivien )
1994 & 1996 Aufenthalte und Ausstellungen in der Galerie Montserrat, New York
1996 Teilnahme an der CeBit mit den „Begehbaren Bildern“ ( Forschungsland Sachsen, TU Chemnitz )
1997 Kulturpreis Brandenburg „Sonnensegelring“
ab 1997 u. a. Themenkomplex „Das biotechnische Zeitalter“ in Bildern, Grafiken und Texten ( u. a. Gegenwartsreflexionen in ,,DRS-Künstlerbriefen“ )
2001 erste Objekte aus Acryl und Metall
2005 erster „Auftritt“ des „Homo Robotic“
2006 Gedanken zur Stadt der Zukunft („Urbane Landwirtschaft…“), danach Tagung „Luxus der Leere“, Chemnitz
2007 Teilnahme „Umbruch gestalten“, Deutscher Werkbund-Ausstellung – Wettbewerb
2012 Reise nach Tibet
Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen und Museen sowie Privatsammlungen
Angermuseum Erfurt | Ars Electronica Center, Linz | Buchheim Museum, Bernried | dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus | Eremitage, St. Petersburg | Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg | Getty-Center, Santa Monica, USA | Grafikmuseum Stiftung Schreiner, Bad Steben | Klassik Stiftung Weimar, Kunstsammlungen | Kulturstiftung der Länder | Kunsthalle Rostock | Kunstsammlung der Veste Coburg | Kunstsammlung Gera | Kunstsammlungen Chemnitz | Lindenau-Museum Altenburg | Louisiana Museum of Modern Art Humlebaek | Munchmuseet, Oslo | Museum der Bildenden Künste Leipzig | Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) | Nationalmuseum, Lima, Peru | Neue Sächsische Galerie, Chemnitz | Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden | Sächsischer Landtag, Dresden | Sammlung Carl Vogel, Hamburg | Sammlung der Deutschen Bank | Sammlung der SchmidtBank | Stiftung Moritzburg Halle (Saale), Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt | Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett | Staatliche Kunstsammlungen, Krakau | Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Slg. der Handzeichnungen | Städtische Museen und Galerien Paderborn | Stiftung Schloss Friedenstein Gotha | Winckelmann-Museum, Stendal

















































